Fledermausschutz braucht Freilandforschung

BechsteinfledermausSeit fast 15 Jahren ist die Freilandforschung über die Ökologie von Fledermäusen ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit. Neben der Habitatnutzung untersuchen wir die Barrierewirkung von Straßen auf diese Arten. So haben wir im Rahmen der Planungen zur A20 und zur E233 in Niedersachsen mit über 50 Netzfängen und Telemetrie von über 40 Tieren sehr umfangreiche Studien erstellt.

In einem alten Eichenwald nahe am Autobahnkreuz Wittlich entdeckten wir eine der individuenreichsten Wochenstubengemeinschaften der Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)(ca. 200 Tiere), die je gefunden wurden. Seit 2005 dokumentieren wir gemeinsam mit der FÖA Trier die Quartiernutzung und die Aktionsräume der Tiere mit Hilfe der Telenmetrie. Wichtige Ergebnisse zum Querungsverhalten an der Autobahn wurden erarbeitet.

Ein zweite Fledermausart, die wir um Wittlich untersuchten, ist das Große Mausohr (Myotis myotis). Mit Wochenstubenquartieren von mehreren Tausen Individuen ist das Moseltal eines der wichtigsten Verbreitungszentren dieser Art in Deutschland. Insgesamt wurden 8 Große Mausohren telemetrisch beobachtet. Die nächlichen Jagdflüge führten sie aus dem Moseltal bis zu den Gipfeln des Hunsrücks.
In mehreren Projekten zu Windenergieanlagen haben wir neben Detektorerfassungen auch intensive radiotelemetrische Studien zur Mopsfledermaus und weiteren Arten durchgeführt.
In einem Bunkerprojekt wurde gezeigt, dass Bunker wichtige Rückzugsräume für Fledermäuse sind.

Im Rahmen der Managementplanung für 50 FFH Gebiete im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin haben wir eine flächige Erfassung mittels Horchboxen, sowie Netzfänge und die Ermittlung der Quartiere im Großschutzgebiet vorangetrieben. Einen kurzen Bericht über die Kartierungssaison 2010 im Grumsiner Forst gibt es
hier!

Wir erfassen die Fledermausfauna mittels Radiotelemetrie von besenderten Tieren, Netzfang, Rufanalyse mit Horchboxen und dem Einsatz von Infrarotkameras.


Eine Auswahl unserer Fledermausprojekte




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