"Amphibien und Reptilien als Bioindikatoren"

SchlingnatterAuf Frösche, Kröten und Schlangen sind viele Menschen nicht gut zu sprechen. Meist ekeln sie sich vor den "glitschigen" Amphibien oder fürchten sich vor den vermeintlich "gefährlichen" Schlangen. Dabei sollte man sich freuen, wenn man auf diese Tiere stößt. Da diese Tierarten besonders sensibel auf Umwelteinflüße und Habitatveränderungen reagieren, sind sie quasi ein Bioindikator für den Zustand eines Habitates oder Biotops. Amphibien nehmen über ihre Haut leicht Umweltgifte auf und sind somit ein Indikator für den chemischen Zustand eines Gewässers. Aufgrund ihrer jahreszeitlichen Wanderungen beanspruchen sie außerdem einen relativ großen Lebensraum mit verschiedenen Habitatstrukturen. Reptilien hingegen bestechen meist durch ihre Standorttreue und Langlebigkeit. Die einheimischen Schlangen können ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen, wodurch in dieser Zeit auch viele Umweltgifte im Körper kummuliert werden können. Die weiblichen Kreuzottern haben einen sehr kleinen Aktionsradiusreagiert (z.T. unter 0,5 ha), daher reagiert diese Art besonders empfindlich auf Habitatveränderungen. Heutzutage ist sie deshalb fast nur noch in gut erhaltenen Moorgebieten oder Heiden und deren Randbereichen anzutreffen.
Dort wo man also auf Frösche, Kröten und Schlangen trifft, ist die Natur (noch) in Ordnung!

LaubfroschIm Auftrag des Landes Brandenburg kartiert Öko-Log zurzeit für die Pflege-und Entwicklungspläne (PEP) und FFH-Managementpläne des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin bestimmte Zielarten der Herpetofauna.
Erfasst werden primär die charakteristischen Arten der Moor- und Feuchtgebiete: der Moorfrosch (Rana arvalis), die Rotbauchunke (Bombina bombina), der Kammmolch (Triturus cristatus), sowie der Laubfrosch (Hyla arborea).
Desweiteren sollen noch die typischen Reptilien-Leitarten der Moore, Heiden und des Halboffenlandes, die Kreuzotter (Vipera berus) und die Schlingnatter (Coronella austriaca), in die Planung einbezogen werden.


Ein Auszug unserer herpetologischen Projekte:

Projekt Jahr Tätigkeiten Auftraggeber
BAB A 71, Umfahrung Erfurt 2000-2014 Freilandforschung, Amphibienschutzkonzeption Landesamt für Straßenbau Thüringen, Erfurt
PEP- und FFH-Management-Planung für das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin 2009-2012 Im Rahmen der Erstellung des PEP und der FFH-Managementplanung Erfassung der Herpetofauna im Biosphärenreservat Landesumweltamt Brandenburg, Potsdam
Maßnahmen zur Baudurchführung zur B50n, 2. BA, biologische Leistungen zur Baufeldfreimachung 2009-2010 Kartieren und Erstellung eines Umsiedlungskonzeptes Froelich &Sporbeck GmbH & Co. KG, Bochum
Prioritätensetzung zur Vernetzung von Lebensraumkorridoren im überregionalen Straßennetz, (BfN FKZ 3507 82 090) 2007-2008 Reptilien & Säuger: Barrierewirkung von Strassen, Untersuchung von prioritären Vernetzungsabschnitten Bundesamt für Naturschutz, Bonn
Bewältigung räumlicher-funktionaler Beeinträchtigungen durch Ableitungen von dauerhaften effizienten Maßnahmen zur Vermeidung und Kompensation 2005-2007 F&E-Vorhaben Deutscher Jagdschutzverband e.V, Bonn; Bundesamt für Naturschutz, Bonn
B 50, Nordumfahrung Merzig 2004-2006 Faunistische Sonderuntersuchung Landesbetrieb für Straßenbau -Saarland, Neunkirchen
BAB A 38 Schmückequerung 2002-2004 Kartierung und Eingriffsbewältigung von Amphibien DEGES Deutsche Einheit Fernstrassenplanungs- und -bau GmbH, Berlin
BAB A 71, VKE 5321 sowieVKE 5322, LBP; BAB A 4, VKE 5522, LBP, Variantenbetrachtung Rohr 1995-2004 Landschaftspflegerische Begleitplanung, Erfassung von Amphibien DEGES Deutsche Einheit Fernstrassenplanungs- und -bau GmbH, Berlin


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